30. November 2025

3:6-Derbyniederlage vor DEL2-Rekordkulisse

Schwacher Start entscheidet

Die Düsseldorfer EG muss eine bittere 3:6-Niederlage (0:4, 3:1, 0:1) im Straßenbahnduell gegen die Krefeld Pinguine hinnehmen. Vier Gegentore – davon drei Treffer in nur drei Minuten – brachten die Gäste im ersten Drittel auf Erfolgskurs. Trotz einer starken Reaktion im Mittelabschnitt vor der (erneuten) DEL2-Rekordkulisse von 13.102 Zuschauern im ausverkauften PSD BANK DOME gelang der DEG das Comeback nicht.

1.360 Tage ist es her, dass die rheinischen Nachbarn aus Krefeld zuletzt zu Gast in Düsseldorf waren. Damals, am 11.03.2022, feierte die DEG einen 4:1-Heimsieg, der die Pinguine einen Schritt näher an den damaligen Abstieg in die DEL2 brachte. Vier Saisons später treffen die beiden Rivalen wieder aufeinander – nun gemeinsam in der DEL2. Das erste Aufeinandertreffen der aktuellen Spielzeit verlief für die DEG jedoch alles andere als positiv. Gegen äußerst heiße Krefelder musste die Mannschaft von Rich Chernomaz am 10.10. eine bittere 1:5-Niederlage hinnehmen. Diese Pleite wollte die DEG unbedingt wieder wettmachen.

Chefcoach Rich Chernomaz stellte für das Derby ähnliche Sturmreihen wie in den vergangenen drei Partien auf. Yushiro Hirano, Erik Bradford und Ture Linden bildeten die erste Sturmformation, gefolgt von Simon Thiel, Lenny Boos und Luca Tosto im zweiten Block. In der dritten Reihe konnte die Mannschaft wieder auf Leon Niederberger setzen, der am Freitag noch verletzt pausieren musste und neben Michael Clarke sowie Erik Brown auflief. Daniel Assavolyuk, Kevin Marx Norén und Joel Hofmann komplettierten die vierte Sturmreihe. In der Defensive musste die DEG auf Emil Quaas verzichten. Beim Gastspiel in Crimmitschau verletzte sich der Verteidiger bei einem unglücklichen Zusammenprall und wird aufgrund einer Gehirnerschütterung in den kommenden Wochen fehlen. Im Tor startete heute Ryan Bednard.

3 Gegentreffer in 3 Minuten

Rein ins Spiel: Gleich zu Beginn wollten beide Mannschaften viel Energie aufs Eis bringen. Krefeld gelang es dabei mehrfach, gefährlich vor das Düsseldorfer Tor zu kommen. Als ein freier Schuss aus dem hohen Slot zunächst noch von Ryan Bednard abgewehrt werden konnte, sprang die Scheibe unglücklich vom Handschuh von DEG-Verteidiger Moritz Kukuk zurück in die Gefahrenzone – direkt auf die Kelle von Mäkitalo, der nur noch ins leere Tor einschieben musste (2:40; Assists: Cerny und Bruch). Ein bitterer Start. Beide Teams ließen sich vom frühen Treffer nicht bremsen. Im direkten Anschluss hatte Hirano den Ausgleich auf dem Schläger, doch sein Nachschuss aus kürzester Distanz prallte vom Blocker von KEV-Goalie Felix Bick ab. Weitere gute DEG-Chancen hätten ebenso zum Erfolg führen können. Insgesamt präsentierte sich Krefeld in der ersten Hälfte des ersten Drittels etwas gefährlicher. Dann folgten jedoch schwarze Minuten für Rot-Gelb. Zunächst konnte die DEG die erste Powerplaysituation der Partie nicht nutzen. Im Gegenzug dann aber die Pinguine: Als Leon Niederberger wegen eines Hakens auf die Strafbank musste, verwerteten die Gäste ihr erstes Powerplay durch Max Newton (15:30; Assists: Gogulla und Santos). Die DEG danach sichtbar verunsichert. Als kurz darauf Moritz Kukuk den heranstürmenden Bruch nicht stoppen konnte, umkurvte dieser Ryan Bednard und schob zum 0:3 ein (17:03; Assist: Mäkitalo). Und es kam noch schlimmer: Im nächsten Powerplay erhöhte Matthew Santos sogar auf 0:4 (17:57; Assists: Vandane und Müller). Trotz zunächst einiger guter Ansätze wurde die DEG von gedanklich wie körperlich schnelleren Krefeldern ausgespielt und kassierte innerhalb von knapp drei Minuten drei Gegentreffer. Mit einem klaren 0:4 ging es in die erste Pause.

Lebenszeichen im zweiten Drittel

Im zweiten Drittel beruhigte sich das Spiel zunächst. Dennoch tauchten die Gäste mehrfach gefährlich vor Bednard auf, während die DEG – abgesehen von einigen verdeckten Schüssen und Nachschüssen – selten vor das KEV-Tor kam. Krefeld blieb präsenter und erzielte in der 27. Minute den nächsten Treffer zum 0:5 (28:10; Torschütze: Santos, Assists: Newton und Müller). Damit war der Arbeitstag für Ryan Bednard beendet, der das Tor für Niklas Lunemann räumen musste. Dieser Wechsel brachte neue Energie für die DEG, die mit einem ersten Lebenszeichen antworten konnte: In Überzahl traf Linden nach einem schönen Querpass von Hirano (29:19; zweiter Assist: Balinson). Und es ging weiter! Nur eine Minute später schob Luca Tosto einen Nachschuss zum 2:5 ein (30:11; Assists: Niederberger und Thiel). Jetzt war die Mannschaft wieder da! Zwar konnte sie den neu gewonnenen Schwung anschließend nicht erneut nutzen, doch zumindest stand die Defensive nun konzentrierter. Und wenn Krefeld dennoch durchkam, war Lunemann zur Stelle – insbesondere in Unterzahl bei einem gefährlichen Nachschuss von Newton, den er mit dem Handschuh von der Linie kratzte. Kurz vor Schluss des Drittels kam dann doch noch einmal die DEG! Eine überlegte Ablage von Hirano schoss Linden aus dem Slot ins lange Eck (38:46; zweiter Assist: Faber). 3:5! Kämpferisch war die Mannschaft nun wieder voll da. Mit dem Stand von 3:5 ging es in die zweite Pause.

Nah dran

Das dritte Drittel brachte für die DEG eine frühe Überzahlsituation, die jedoch nicht verwertet werden konnte – das wäre ein guter Moment für den Anschlusstreffer gewesen. Zwei eigene Unterzahlsituationen verteidigte die DEG sicher. Und dann kam es, wie so oft im Sport: Erst konnte Linden eine Großchance nicht im Tor unterbringen, und ein Schuss von Max Faber knallte an die Latte. Da wäre ein Tor so wichtig gewesen. Denn: Im Gegenzug erhöhte Krefeld auf 3:6 – zu diesem Zeitpunkt durchaus glücklich (53:58; Torschütze: Mäkitalo, Assists: Santos und Cerny). Damit war das Spiel entschieden. Zwar kamen beide Teams noch zu Chancen, jedoch fielen keine weiteren Tore.

Fazit: Ein bitteres Derby. Drei Gegentore in drei Minuten sorgten im ersten Drittel für klare Verhältnisse. Zwar kämpfte sich die DEG danach Stück für Stück zurück und kam noch einmal heran, doch abgeklärte Krefelder ließen kein vollständiges Comeback zu. Obwohl das Spiel am Ende noch hätte kippen können, war die Leistung der Rot-Gelben über weite Phasen zu dünn, um starke Krefelder zu schlagen. Positiv hervorzuheben sind die Derbystimmung im ausverkauften PSD BANK DOME sowie die Phase nach dem Torhüterwechsel, in der die DEG wieder zurück zu ihrem Spiel fand.

Das kommende Wochenende startet für die DEG mit einem spielfreien Freitag, bevor es am Sonntag zum ersten Gastspiel in Landshut kommt. Zum nächsten Heimspiel empfängt die DEG die Bietigheim Steelers am Freitag, den 13.12., um 19:30 Uhr. Tickets gibt es wie gewohnt unter www.deg-tickets.de.

HEJA HEJA DEG!