10. April 2026

Im Interview: Rick Amann über Olympia

Rick Amann über Olympia

Interviewer: Rick, derzeit läuft in Düsseldorf die Abstimmung zu den Olympischen und Paralympischen Spielen 2036, 2040 oder 2044. Hast du schon zugestimmt und wenn ja, warum?

Amann: Natürlich habe ich schon zugestimmt. Ich bin stolz, dass ich die Gelegenheit habe zu wählen und für mich ist es ein ganz großes „Ja!“. Es ist eine neue Chance für Düsseldorf, Nordrheinwestfalen und eventuell ganz Deutschland.

Interviewer: Was würde das für Düsseldorf und die Rhein-Ruhr-Region bedeuten?

Amann: Ich habe es 2010 als Fan in Vancouver erlebt. Die Stadt war vorher eher ein Geheimtipp als ein bekanntes Reiseziel. Aber danach wurde Vancouver zur Weltstadt. Die Leute wussten plötzlich, wie geil es in Kanada und in Britsh Columbia ist. Die ganze Stadt ist wegen der Spiele verrückt gegangen. Es ist wirklich ein wunderschönes Gefühl, wenn sich so viele Länder und Nationalitäten in einer Stadt versammeln und aufeinander treffen. Ich kann es nicht ganz beschreiben, aber in der kanadischen Geschichte gibt es wenige Zeitpunkte, in denen das ganze Land zusammengeschweißt wurde. Aber Olympia 2010 in Vancouver. Das war so ein Moment. Alle waren so begeistert von Kanada und von dem, was dort geleistet wurde. In Downtown Vancouver wurde durchgehend Party gefeiert.

Interviewer: Du hast selbst an zwei Olympischen Spielen teilgenommen: 1992 in Albertville und 1994 in Lillehammer. Welche Erinnerungen hast du daran?

Amann: Für jeden Athlet – egal, ob Sydney Corsby, Connor McDavid oder Leon Draisaitl – ist es eine Ehre bei der Olympiade teilzunehmen und für mich war es nicht anders. Mein Herz schlägt für zwei Länder und trotzdem habe ich die Chance bekommen, 1992 – sehr spät in meiner Karriere – mit Deutschland zu den Olympischen Winterspielen zu fahren. Ich war damals 30, das ist sehr alt für einen Rookie in der Nationalmannschaft und in diesem Turnier.Für mich war es unglaublich. Ich war so stolz das erreicht zu haben. Was mich wirklich bewegt hat, war, dass meine Mutter und mein Bruder nach Albertville geflogen sind, um sich die Spiele anzuschauen und mein Debüt mitzuerleben. Ich glaube für meine Mutter war es wunderschön ihren Sohn dort auf dem Eis zu sehen.

Interviewer: Habt ihr gegen Kanada gespielt?

Amann: Ja, leider schon. Wir hätten das Spiel gewinnen können, müssen und sollen. Unser Team hat eine starke Leistung gezeigt, aber wir sind nach der Verlängerung ins Penalty-Schießen gegangen und haben einmal zu wenig getroffen. Als Spieler kriegt man vieles nicht mit – man ist so konzentriert auf seine Mannschaft und die Partie. Aber als wir zurückgekommen waren, wurde ich so oft auf dieses Spiel angesprochen. Ich kenne Leute, die auf der Autobahn stehen geblieben sind, weil sie durch den Livebericht im Radio so mitgefiebert haben, dass sie nicht mehr fahren konnten. Das sind so schöne Erinnerungen, die ich immer an Albertville ‘92 haben werde. Zwei Jahre später in Lillehammer durfte ich wieder als Kapitän der Nationalmannschaft mitfahren. Das war für mich wieder eine große Ehre. Heutzutage sind wir nah dran eine Weltmacht im Eishockey zu werden. Damals waren wir zufrieden mit einem fünften Platz. Die großen waren Russland, Kanada usw.. Im Gegensatz zu Albertville war das ganze Olympische Dorf an einem Standort.

Interviewer: Hast du noch eine besondere Anekdote, die du uns verraten möchtest?

Amann: Im Gegensatz zu Albertville war das ganze Olympische Dorf an einem Standort.Man konnte also mit dem ganzen deutschen Team feiern. Es gab nichts cooleres als mit Georg Hackl (Olympia-Gold im Rodeln, Anm. d. Red.) abends zusammenzusitzen und seine Goldmedaille zu feiern. Wir saßen mit ihm in unserem Teambereich, er war stockbesoffen und wir durften alle seine Medaille halten. Wir hatten so viel Spaß.

Interviewer: Vielen Dank!

Amann: Sehr gerne!

So könnt Ihr auch abstimmen (wenn Ihr es nicht schon getan habt). Jede Düsseldorferin und jeder Düsseldorfer hat einen Abstimmungsbogen erhalten. Den unbedingt bis zum 15. April kostenfrei zurücksenden. JA zu Olympia!

In der nächsten Folge: Andreas Niederberger, sogar vierfacher Olympionike!