Im Interview: Andreas Niederberger über Olympia

Andreas Niederberger über Olympia
Interviewer: Auf Rick Amann, zweifacher Olympionike, folgt heute das angekündigte Gespräch mit Andreas Niederberger, sogar vierfacher Olympionike. Andi, an Dich die gleiche Einstiegsfrage wie an Rick: Derzeit läuft in Düsseldorf die Abstimmung zu den Olympischen und Paralympischen Spielen 2036, 2040 oder 2044. Hast Du schon zugestimmt und wenn ja, warum?
Niederberger: Selbstverständlich habe ich zugestimmt. Weil es das größte Sportereignis ist, das ein junger Sportler erleben kann. Aber nicht nur für den Sportler, sondern auch für das ganze Umfeld, die Fanbase und die Stadt. Der Vibe von Olympia ist etwas ganz Besonderesund, wenn man die Chance hat, daran teilzunehmen, sollte man alles dafür tun.
Interviewer: Was würde eine Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele für Düsseldorf und die Region bedeuten?
Niederberger: Mittlerweile ist es nicht nur ein emotionaler, sondern auch ein großer wirtschaftlicher und infrastruktureller Faktor. Durch die Olympischen Sommerspiele 1972 in München hat die Stadt ein modernes U-Bahn-Netz aufgebaut und der Olympiapark errichtet.Diese Chancen hätte auch Düsseldorf.
Interviewer: Du selbst hast in Deiner aktiven Karriere an vier Spielen teilnehmen dürfen: 1984 in Sarajevo, 1988 in Calgary, 1992 in Albertville und 1994 in Lillehammer. Welche Erinnerungen hast Du daran?
Niederberger: Es ist einfach etwas ganz Besonderes. Anders kann man es nicht beschreiben. Junge Menschen aus der ganzen Welt kommen zusammen, um Sport zu machen und zu feiern. Der große Unterschied zu einer Weltmeisterschaft ist, dass Olympiasportartübergreifend ist. Man knüpft Kontakte, lernt neue Freunde kennen und tauscht sichunter Sportlern aus. Man merkt, dass die unterschiedlichen Verbände trotzdem mit den gleichen Themen zu kämpfen haben. Das ist die interne Sicht. Aber auch außerhalb: Die Menschen, die extra einfliegen, die Bürger, die ihre Stadt von einer neuen Seite kennenlernen, erleben ein positives und friedvolles Miteinander. Es ist außergewöhnlich. Ich hatte die Ehre,viermal dabei sein zu dürfen, und es war eine sehr bereichernde Zeit für meine persönliche Entwicklung.
Interviewer: Wir haben schon von Georg Hackl gehört. Hast Du auch eine Anekdote, die Du teilen möchtest und darfst?
Niederberger: Da gibt es natürlich viele Ereignisse, die mir in Erinnerung geblieben sind. Einige, die ich besser nicht erzählen sollte. Aber eine tolle Geschichte durfte ich in Lillehammer live miterleben. Markus Wasmeier hat dort zweimal Gold gewonnen. Nach seiner ersten Goldmedaille im Riesenslalom saß er im Deutschen Haus gegenüber von mir. Er war mit dem Erfolg so zufrieden und es wirkte als wäre jetzt „alles erledigt“. Dann kam ein Weizenbier nach dem nächsten. Ein paar Tage später gewann er überraschend noch einmal Gold im Super-G.
Interviewer: Hattest Du schon die Gelegenheit Olympische Spiele als Fan zu erleben?
Niederberger: Nein, leider noch nicht. Ich hatte alle Flüge und Hotels für Peking gebucht, weil mein Sohn Matthias im Kader stand. Aber dann kam der Corona-Virus dazwischen.
Interviewer: Dann wäre es doch schön, das in Düsseldorf nachzuholen.
Genau wie Rick und Andreas solltet auch Ihr Eure Abstimmungsbögen ausfüllen und bis zum 15. April kostenfrei zurücksenden. JA zu Olympia!