DEG will am Wochenende wieder in die Erfolgsspur zurück

Das Eishockeyleben mit seinem eng getakteten Spielplan kann in manchen Situationen ganz praktisch sein. Nach vier Heimniederlagen in Folge hat es die Düsseldorfer EG nämlich am Wochenende gleich wieder doppelt in der eigenen Hand, dieser Serie ein Ende zu setzen. Am morgigen Freitag gastieren die Rot-Gelben bei den Grizzlys Wolfsburg (19.30 Uhr). Zwei Tage später kommt mit den Augsburger Panthern ein Team aus dem direkten Tabellenumfeld in den ISS DOME (19 Uhr).

Grizzlys greifen nach dem Strohhalm

Wolfsburg ist in Eishockeydeutschland ein recht ungewöhnlicher Standort. Fernab der süddeutschen oder westlichen Hochburgen dieses Sports spielten die Grizzlys in den vergangenen Jahren im stillen Kämmerlein groß auf und sicherten sich kontinuierlich und verlässlich Spitzenpositionen. In Saison Eins nach Pavel Gross ist alles anders. Die Wolfsburger stecken seit Beginn der Saison tief im Tabellenkeller. Und dennoch wird das Umfeld nicht nervös. Der Glaube daran, dass es am Ende doch noch für den Einzug in die Playoffs reichen könnte, ist inzwischen zurück. Dazu feierten die eigentlich schon abgeschlagenen Niedersachsen zuletzt drei immens wichtige Siege. Der 7:0-Erfolg bei den gleichermaßen um den Anschluss kämpfenden Thomas Sabo Ice Tigers in Nürnberg war ein ligaweit beachtetes Ausrufezeichen. Eingerahmt wurde der Sieg von zwei Triumphen über die Eisbären Berlin (4:2, 3:2). Rang Zehn ist plötzlich nur noch sieben Zähler entfernt – und sogar die Hauptstädter sind mit lediglich zwei weiteren Punkten mehr auf einmal wieder in Reichweite. Besonders auffällig momentan: Daniel Sparre und Ex-DEGler Spencer Machacek, die in den jüngsten drei Partien sieben respektive fünf Scorerpunkte sammelten. Der zweite ehemalige Düsseldorfer am Mittellandkanal, Jeremy Welsh, traf zwar nicht, steuerte aber immerhin drei Assists bei.

Höhenflug mit Delle

Wie bei der DEG so läuft auch beim anderen Überraschungsteam der ersten Saisonhälfte momentan nicht alles rund. Die Augsburger Panther tun sich aktuell schwerer als zu Beginn der Spielzeit und holten – erneut wie die Rot-Gelben – aus den jüngsten sechs Partien lediglich zwei Siege. Dennoch sind die Panther weiter voll im Kampf um die Plätze, die zur direkten Qualifikation fürs Viertelfinale berechtigen, mit dabei. Den Unterschied machen in dieser Spielzeit bislang die direkten Duelle aus. Da verließen die Rot-Gelben nämlich jedes Mal das Eis als Sieger. Einem 2:1-Sieg nach Verlängerung Ende September in Bayern folgte ein torreicher 5:3-Heimerfolg. Das letzte Aufeinandertreffen ist in noch frischester Erinnerung. Unterstützt von über 1000 sangesfreudigen Sonderzugfahrern siegte die DEG Anfang des Jahres in einem spektakulären Aufeinandertreffen mit 6:3 in Augsburg. Die Partie, in der Jaedon Descheneau einen Hattrick erzielte und sogar Goalie Fredrik Pettersson Wentzel einen Scorerpunkt sammeln konnte, gehört wohl zu den besten in dieser bislang äußerst erfolgreichen DEG-Saison. Abgesehen von der Punktausbeute aus diesen Partien, spielen die Panther eine Saison, die weiterhin klar über den Erwartungen liegt. Defensiv können sie sich auf ein gutes und ausgeglichenes Torhüterduo verlassen. Olivier Roy und Markus Keller haben beide eine Fangquote von über 91 Prozent. Vorne sorgen Drew LeBlanc und Matt White für die Glanzmomente. Mit 38 und 37 Punkten sind sie auch im Liga-Vergleich vorne dabei. Dazu gesellt sich mit Simon Sezemsky der torgefährlichste Verteidiger der Liga (neun Treffer). Sein Defensivkollege Patrick McNeill hat lediglich ein Tor weniger erzielt.

Verletzungssorgen werden größer

Das Lazarett füllt sich bei der DEG immer weiter. Neben Stürmer Jerome Flaake, Nationalverteidiger Bernhard Ebner und Nationaltorhüter Mathias Niederberger muss Trainer Harold Kreis nun auch noch auf dessen Bruder Leon verzichten. Der Stürmer verletzte sich am Mittwochabend gegen Nürnberg. Untersuchungen müssen noch klären, wie schwer die Blessur ist und wie lange der 22-Jährige ausfallen wird.