Die DEG 2018/19: Mit neuem Team und neuem Spirit in die Playoffs

Rund um die Düsseldorfer EG herrscht Aufbruchstimmung! Die Hoffnungen, dass der achtmalige Deutsche Eishockey-Meister nach zwei enttäuschenden Spielzeiten (jeweils Platz 11) in der Saison 2018/19 wieder mindestens einen Platz besser abschneidet, sind groß. Für diesen Optimismus sind im Wesentlichen zwei Faktoren ausschlaggebend: So steht mit Harold Kreis ein neuer (altbekannter) Coach an der Bande, der bei vielen Stationen seine Klasse bewiesen hat. Zum andern bekommt die Mannschaft personell und charakterlich ein neues Gesicht. Gerade die Offensive ist wesentlich verstärkt worden.

Insgesamt 14 Neuzugänge wurden unter Vertrag genommen. Dieser Schritt erfolgte durchaus bewusst. Stefan Adam, Geschäftsführer der DEG Eishockey GmbH: „Die Analysen der beiden abgelaufenen Spielzeit haben ergeben, dass wir zu wenig ‚echte Typen‘ im Kader hatten. Deshalb haben wir bei der Zusammenstellung der neuen Mannschaft gezielt auf dieses Kriterium geachtet.“ Der Sportliche Leiter Niki Mondt ergänzt: „Wir sind davon überzeugt, dass wir nun mehr Qualität auf dem Eis haben und zudem mehr Spieler, die für den Erfolg unserer Mannschaft brennen. Unser Ziel ist klar: Mit diesem Team wollen wir die Playoffs erreichen!“ Der Spieleretat wurde gegenüber dem Vorjahr übrigens nicht erhöht, es wurden lediglich zahlreiche Umschichtungen vorgenommen. Die Mannschaftsteile im Überblick:

Viel Erfahrung an der Bande

Es ist eins von gleich mehreren spektakulären Comebacks bei der DEG: Im April verpflichtete der Club Harold Kreis als neuen Cheftrainer. Der Deutsch-Kanadier war bereits zwischen 2008 und 2010 in der rheinischen Metropole tätig und holte mit den Rot-Gelben 2009 die Deutsche Vize-Meisterschaft. In den vergangenen vier Spielzeiten war der 59-jährige Coach des Schweizer Erstligisten EV Zug. Adam: „Harold Kreis ist ein europäischer Top-Trainer. Er steht für absolute Eishockey-Kompetenz, kennt sich in der DEL und in Düsseldorf bestens aus und hat in Deutschland und in der Schweiz mehrfach bewiesen, mit Teams erfolgreich arbeiten zu können.“ Die Position des Assistenten besetzt nach wie vor Tobias Abstreiter.

Starkes Duo im Tor

Auf der Torwartposition gibt es zwei neue Gesichter. Geblieben ist Mathias Niederberger. Der Ur-Düsseldorfer will eine konstante, verletzungsfreie Saison spielen. Rückenwind gibt vielleicht sein starker WM-Auftritt beim deutschen Sieg gegen Finnland. Mitbewerber um den Platz zwischen den Pfosten ist Fredrik Pettersson Wentzel. Der fünffache schwedische Nationalgoalie kommt von HV71 aus Jönköping nach Düsseldorf. Auf diesen Zweikampf im Tor darf man durchaus gespannt sein. Ergänzt wird das Duo durch Hendrik Hane, ein großes Talent aus dem eigenen Nachwuchs. Verlassen haben die DEG die Torhüter Dan Bakala (Villacher SV, Österreich) und Timo Herden (Ziel noch unbekannt).

Bewährte Kräfte in der Abwehr

In der Verteidigung gibt es – zumindest prozentual – die wenigsten Veränderungen. Geblieben sind die Stammkräfte Bernhard Ebner, Kevin Marshall, Alexandre Picard und Marco Nowak. Auch die vielversprechenden Talente Johannes Huß und Nicklas Mannes sind weiterhin an Bord und sollen noch näher an die Stammformation herangeführt werden. Neu hinzugekommen sind Ryan McKiernan, Patrick Köppchen und Alexander Dersch.

Der 28-jährige US-Amerikaner McKiernan kommt vom österreichischen Spitzenclub Vienna Capitals und glänzte dort mit 46 Punkten (19 Tore) in 58 Spielen. Er gilt zudem als schuss- und zweikampfstark. Routinier Köppchen kann auf 978 Partien im Eishockey-Oberhaus zurückblicken. Mit unglaublichen 506 Begegnungen in Folge hält er zudem einen beeindrucken Rekord. Kreis: „Patrick ist ein mannschaftsdienlicher und trainingsfleißiger Spieler. Er steckt nie zurück.“ Langsam an das DEL-Niveau herangeführt werden soll Alexander Dersch. Der 18-Jährige war eines der begehrtesten Nachwuchstalente und ist aktueller Kapitän der Deutschen U18-Nationalmannschaft.

Nicht mehr im neuen Kader dabei sind die Verteidiger Stephan Daschner (Straubing Tigers), Henry Haase (Augsburger Panther), Tim Conboy (Karriereende) und Brandon Burlon (Ziel unbekannt).

 

Neue Akzente im Sturm

Die stärkste Veränderung hat die Offensive erfahren. Hier gibt es insgesamt neun Neuzugänge, darunter sind einige prominente Namen. Am meisten gefreut hat die Fans der Rot-Gelben sicherlich die Doppel-Rückkehr von Ken André Olimb und Calle Ridderwall. Beide stehen für emotionales und starkes Eishockey. Der Schwede Ridderwall war bei seiner ersten Düsseldorfer Station in der Saison 2012/13 mit 58 Punkten gleich Top-Scorer der DEL. Anschließend wechselte er in die KHL und war zuletzt Kapitän des schwedischen Halbfinalisten Djurgårdens IF aus Stockholm. Er soll auch bei der DEG wieder eine Führungsrolle übernehmen. Ähnliches gilt für Olimb. Adam: „Kenny war unser absoluter Wunschspieler. Er verkörpert in den Bereichen Charakter, Eishockey-Leidenschaft und Kampfgeist genau das, was wir anstreben.“ Die jeweils langen Laufzeiten von drei Jahren unterstreichen die Bereitschaft der Skandinavier, mit der DEG nochmals voll anzugreifen.

Ein weiterer Rückkehrer, wenn auch ganz anders ist Philip Gogulla. Der gebürtige Düsseldorfer verließ die DEG noch zu Jugendjahren und absolvierte danach in 13 Jahren 740 Spiele (183 Treffer, 306 Assists) für die Kölner Haie. Der Nationalspieler ersetzt Maxi Kammerer, der in die NHL zu den Washington Capitals wechselt. Mondt: „Ich bin glücklich, dass wir Kammerers Abgang mit Gogulla auffangen konnten. Ich kenne Philip seit vielen Jahren und denke, dass es keinen besseren Spieler auf dem Markt gab. In meinen Augen gehört er zu den besten Spielern der DEL.“

Vielversprechend ist auch die Verpflichtung von Jerome Flaake. Der 39-fache Nationalstürmer kommt vom EHC Red Bull München, konnte dort aber wegen des starken Kaders des Meisters nicht die dominante Rolle spielen, die er sich und die DEG ihm absolut zutraut. Er will in Düsseldorf neu angreifen. Adam: „Dass sich Akteure dieser Qualität für die DEG entscheiden – und das auch noch gleich für drei Jahre – ist ein tolles Zeichen für den Eishockey-Standort Düsseldorf!“

Nachdem die DEG mit der Verpflichtung von John Henrion im vergangenen Jahr bereits gute Erfahrungen machte, hat man sich auch in diesem Sommer dazu entschiedenen, einen Spieler aus der zweiten Schweizer Liga unter Vertrag zu nehmen. Jaedon Descheneau wechselt mit der Empfehlung von 59 Punkten (22 Tore, 37 Vorlagen) in 47 Spielen vom HC Thurgau in die Landeshauptstadt. Ähnliches gilt für Braden Pimm. Die Statistik zählte für den Top-Scorer des Zweitligisten Kassel Huskies 195 Punkten in 176 DEL2-Partien. Auch der läuferisch starke Kanadier wird sich in der höherklassigen DEL beweisen wollen.

Als verlässliche und vielseitige „Arbeitsbiene“ gilt Patrick Buzás. Der 31-Jährige war bei den Thomas Sabo Ice Tigers als äußerst mannschaftsdienlich und leistungsbereit beliebt und geschätzt. Von den Augsburger Panthern kommt Christian Kretschmann an den Rhein. Adam: „Christian ist ein immer noch recht junger Spieler, der aus der Region stammt. Obwohl er erst 25 Jahre alt ist, kann er schon auf einen großen Erfahrungsschatz in der DEL zurückblicken.“ In der Oberliga auf sich aufmerksam gemacht hat Stefan Reiter. Der 21-jährige Perspektivspieler hat beim EV Landshut überzeugt und will nun den nächsten Schritt machen.

Nach wie vor im Kader sind die bewährten Offensivkräfte Alexander Barta, John Henrion, Manuel Strodel, Lukas Laub und Leon Niederberger. Nicht mehr für die DEG auflaufen werden die Offensivkräfte Maxi Kammerer (Washington Capitals), Alexej Dmitriev (Iserlohn Roosters), Spencer Machacek (Grizzlys Wolfsburg), Rob Bordson, Jeremy Welsh, Eddi Lewandowski, Darryl Boyce und Daniel Weiß (alle Ziel unbekannt).

Mit ihrem begeisterungsfähigen Publikum im Rücken will die Düsseldorfer EG im heimischen ISS DOME wieder eine Macht werden und ihr Ziel, die erfolgreiche Teilnahme an den Playoffs, erreichen. Die treuen Fans der DEG hätten es verdient.

 

Der Kader

Die Düsseldorfer EG in der Saison 2018/19 (alphabetisch geordnet nach Positionen. N = Neuzugang, K = Kontingentspieler)

Tor: Hendrik Hane, Mathias Niederberger, Fredrik Pettersson Wentzel (N, K).

Abwehr: Alexander Dersch (N), Bernhard Ebner, Johannes Huss, Patrick Köppchen (N), Nicklas Mannes, Kevin Marshall (K), Ryan McKiernan (N, K), Marco Nowak, Alexandre Picard (K).

Angriff: Alexander Barta, Patrick Buzas (N), Jaedon Descheneau (N, K), Jerome Flaake (N), Philip Gogulla (N), John Henrion (K), Christian Kretschmann (N), Lukas Laub, Leon Niederberger, Kenny Olimb (N, K), Braden Pimm (N, K), Stefan Reiter (N), Calle Ridderwall (N, K), Manuel Strodel.

Weitere Informationen zu den Spielern unter www.deg-eishockey.de/mannschaft.