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DEG holt einen Punkt gegen Nürnberg

Nein, ein Eishockeyfest war es nicht, was die Düsseldorfer EG und die Thomas Sabo Ice Tigers den 4.029 Zuschauern im ISS DOME am Freitagabend boten. Aber auch wenn das Spiel letztlich nach Penaltyschießen mit 1:2 verloren ging, darf man sich genauso über einen tapfer erkämpften Punkt freuen, wie über eine starke Leistung der DEG, die mehr als eben diesen einen Punkt verdient hätte. Das Machtwort, dass Trainer Christian Brittig in der vergangenen Woche gesprochen hatte, zeigte Wirkung und so hätte an diesem Abend sogar ein Sieg herausspringen können, den Travis Turnbull mit seinem verschossenen Penalty leider aus der Hand gab.


Wurde mit viel Applaus empfangen: Patrick Reimer.
Bild: Sascha Staginski / Digital-Style-Fotografie

Konzentriert und bemüht zeigte sich die DEG im ersten Spielabschnitt, während die Gäste aus Nürnberg zunächst genauso farblos blieben, wie ihre weißen Trikots. Die Hausherren dagegen suchten das Spiel nach vorne, fanden aber nicht die rechten Mittel, um die gegnerische Abwehr zu durchbrechen, gute Chancen blieben auch in Überzahl erst einmal Mangelware. Die Ice Tigers wurden hingegen erst gefährlicher, als Drew Paris auf der Bank schmorte, kamen am heute wieder bestens aufgelegten DEG-Torhüter Bobby Goepfert aber nicht vorbei. Paris' Strafe war noch nicht vorüber, da bekam er Gesellschaft von Marc-Anthony Zanetti, aber da sich die Rot-gelben in jeden Nürnberger Schuss warfen, blieb auch die kurze doppelte Unterzahl folgenlos. Gerade wieder komplett, wurden die Düsseldorfer wieder dezimiert, doch nach Alex Henrys kurzer Meinungsverschiedenheit mit Nürnbergs Ryan Bayda nahm auch der auf der Strafbank Platz. Im weiteren Verlauf des Drittels suchten die Düsseldorfer ihr Heil in vielen Schüssen auf das Tor von Tyler Weiman, ohne dabei aber wirklich gefährlich zu werden, gegenüber rettete Goepfert nach einem Puckverlust von Kapitän Daniel Kreutzer das 0:0 in die Pause.


Calle Ridderwall kämpft gegen drei Eistiger.
Bild: Sascha Staginski / Digital-Style-Fotografie

Ganze zehn Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, als es überraschend für jeden eine Strafe für Nürnbergs Connor James wegen Hakens gab. Kaum war er wieder auf dem Eis, dauerte es nur 39 Sekunden bis zur nächsten Strafzeit für die Gäste. Während die erste Überzahlsituation eher mau blieb, hatten die Düsseldorfer in der zweiten durchaus Chancen, in Führung zu gehen, was Weiman und Pfosten verhinderten. Auch ein schöner Angriff über Calle Ridderwall, der wieder der gefährlichste Mann in rot-gelb war, wurde vom Aluminium vereitelt. Wenig später hatte die DEG aber Riesenglück, als der Puck zweimal knapp am eigenen Tor vorbei ging, statt hinein. Das Spiel gewann nun deutlich an Klasse und Spannung gegenüber dem ersten Drittel, auch weil Nürnberg immer gefährlicher wurde. Jetzt hätte ein Tor in Überzahl der DEG gut getan, doch während Vitalij Aab seine Strafe absaß, ging die Hartgummischeibe immer nur am Tor vorbei. In der Folge erspielte sich Brittigs Mannschaft ein Chancenplus und gleich zweimal hatte Daniel Fischbuch die Führung auf dem Schläger. Zum Ende hin zeigten sich die Schiedsrichter dann sehr kleinlich in der Regelauslegung und schickten erst einen Nürnberger, dann Niki Mondt wegen nichts (die offizielle Begründung lautete allerdings Halten) und dann auch noch Kreutzer wegen angeblicher Behinderung auf die Strafbank. Und es kam, wie es kommen musste: Jamie Pollock, der Experte für Schüsse von der blauen Linie, feuerte einen solchen ab, der sein Ziel auch fand. Verdient war die Führung der Nürnberger zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt.


Daniel Fischbuch auf dem Weg zum Tor.
Bild: Sascha Staginski / Digital-Style-Fotografie

Drittel drei begann gewohnt ausgeglichen. Doch in der 45. Minute setzte sich Ridderwall geschickt auf links durch, passte in die Mitte und fand dort Justin Bostrom, der den Puck oben links in die Ecke bugsierte: endlich das längst verdiente Tor für die DEG. Der Ausgleich schien die Nürnberger wach gerüttelt zu haben, denn fortan verstärkten sie den Druck aufs Tor und setzten sich immer wieder im DEG-Drittel fest. Die Hausherren waren nun gezwungen, auf Konter zu lauern, denn die Ice Tigers ließen es kaum mehr zu, dass die Rot-gelben ihr eigenes Spiel aufzogen. Und so wuchs die Spannung immer weiter an, lediglich Ashton Rome gelangen immer mal wieder Entlastungsangriffe. Bei einem solchen wurde Fischbuch im Alleingang gestoppt und es gab folgerichtig einen Penalty, den Travis Turnbull zum großen Leidwesen der Fanschar nicht verwandeln konnte. So blieb es beim 1:1 nach 60 Minuten.


Mann gegen Mann.
Bild: Sascha Staginski / Digital-Style-Fotografie

Die fünfminütige Verlängerung mit je vier Spielern ergab keinen vorzeitigen Sieger, obwohl die DEG durchaus ihre Chancen hatte und auch 43 Sekunden in Überzahl agieren durfte. So ging es ins Penaltyschießen, in dem auf Düsseldorfer Seite nur Ridderwall erfolgreich war, den Zusatzpunkt für Nürnberg sicherte Yasin Ehliz mit dem zweiten verwandelten Penalty der Ice Tigers.

(ASZ)