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„Das waren verrückte und schöne Wochen bei euch!“

Man kennt ja diese Lagerfeuergespräche. Verträumt in den Nachthimmel schauend kommt man nach dem elften Kaltgetränk auf kuriose und schon halb vergessene Dinge, die den Rot-Gelben mal widerfahren sind.

Vor welchem Spiel ist 2011 nochmal der Schweinelaster umgekippt, mit welchem Auto haben die Wolfsburger damals das Eis zerbröselt und wie dick waren die Halbfinal-Weichteile von Don Jackson, als er 2006 so früh den Torwart rausnahm? (Die Antworten übrigens: Wolfsburg, Touareg und „unfassbar“).

Ähnlich ist es mit guten, seltsamen oder außergewöhnlichen Spielern, die mal kurzzeitig den Weg unserer DEG gekreuzt haben. Wer war nochmal der 2005er Lockout-Stürmer aus der NHL, der bei der DEG kein Tor schoss, wie hieß 2003 der schüchterne kleine Schwede ohne Zweikampf und wie 2010 der kanadische Aushilfsstürmer, dessen Vater großer NHL-Star war? (Die Lösungen: Kevyn Adams, Johan Molin und Mark McCutcheon)

Ein besonderes Kapitel in dieser Reihe schrieb Mads Bødker. Der dänische Verteidiger verstärkte im Dezember 2013 eine strauchelnde DEG-Mannschaft. Es war die zweite nach-Metro-Saison, das junge Team hatte es sportlich schwer und war zudem durch viele Verletzungen gebeutelt. Zeitweise reiste man mit nur 16 „Profis“ zu Auswärtsspielen. In dieser Situation verpflichtete Teamleiter Walter Köberle Bødker.

Mads hatte zuvor in Russland bei Yuzhny Ural Orsk gespielt und dort – wie der Name schon vermutet lässt – eine abenteuerliche Zeit gehabt. Nach schlechteren Spielen gab es bei Yuzhny Ural Orsk (wir tippen das einfach gerne) Hausarrest und Gehaltskürzungen. Bei der DEG konnte Bødker sportlich voll überzeugen. Wenige Wochen später musste der sehr sympathische Mads aber schon wieder gehen. Über die Gründe, warum das so war und wie er sich an Düsseldorf erinnert, haben wir mit ihm gesprochen.

Hallo Mads, wie geht es Dir? Gut, freut mich, von der DEG zu hören!

Wir haben gelesen, dass du deine Karriere beendet hast. Du bist erst 29. Warum so früh? Das hatte persönliche Gründe. Ich hatte zuletzt in meiner Heimat Dänemark gespielt. Dort ist Eishockey aber nicht so professionell wie in Deutschland. Es wird fast nur abends trainiert und ist mehr wie ein Hobby. Da habe ich gespürt, dass es Zeit ist, mich persönlich weiterzuentwickeln. Ich arbeite jetzt als Immobilienkaufmann und bin mit dieser Entscheidung sehr glücklich.

Du bist im Winter 2013/14 in einer wilder Zeit zur DEG gekommen… Ja, es war das erste Mal, dass ich mitten in einer Saison zu einem Team gestoßen bin. Alle haben mich super aufgenommen, auch die Leute in der Geschäftsstelle waren wirklich nett. Direkt in einem meiner ersten Spiele haben wir zuhause die Eisbären Berlin geschlagen. Die Zuschauer haben sich wie verrückt gefreut und wir Spieler haben lange auf dem Eis gefeiert. Das kannte ich so gar nicht.

Woran erinnerst du dich noch? An eine hungrige, leidenschaftliche Mannschaft mit jungen Spielern, die mich alle toll empfangen haben. Dann das tolle Stadion und, wie gesagt, die fröhlichen Fans. Dass sie meinen Namen gerufen haben, werde ich nie vergessen. Ich verfolge die Ergebnisse immer noch und kenne auch noch einige der Spieler wie Ebner oder Strodel.

Warum musstest du damals dann plötzlich gehen? Es gab vertragliche Probleme mit dem russischen Club. Ich hatte zwar einen Auflösungsvertrag unterzeichnet, aber der war komplett auf russisch geschrieben. Da gab es wohl Unklarheiten und sie wollten mich plötzlich zurück. Oder eine Ablöse von der DEG. Da das alles zu unübersichtlich war, die Saison eh bald vorbei und es für die DEG nichts mehr zu erreichen gab, bin ich zurück nach Dänemark, um alles in Ruhe zu klären. Von den Russen habe ich dann nie mehr was gehört. Ich wollte später nochmal zurück nach Deutschland, habe aber keinen Club mehr gefunden. So bin ich in Dänemark geblieben.

Schade, wir hätten dich gerne weiter in Düsseldorf oder Deutschland gesehen! Es ist eben anders gekommen. Dennoch: Das waren verrückte, aber sehr lustige und schöne Wochen bei euch in Düsseldorf. Grüße an alle!