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DEG wacht zu spät auf

Das erste DEL-Spiel im neuen Jahr war für die 5.394 Zuschauer im ISS DOME ein Wechselbad der Gefühle. Gegen die Schwenninger Wild Wings erwischte die Düsseldorfer EG einen passablen, aber torlosen Start, verlor im Mitteldrittel völlig den Faden und kämpfte sich nach einem frühen Rückschlag im Schlussabschnitt noch einmal heran. Beinahe hätte es gegen einen der direkten Konkurrenten im Kampf um Platz 10 noch für Punkte gereicht, doch die Gäste retteten das letztlich knappe 2:3 (0:0; 0:2; 2:1) aus DEG-Sicht über die Zeit.

Norm Milley kehrte nach überstandener Verletzung ins Team zurück und agierte in der vierten Reihe als Mittelstürmer zwischen Daniel Weiß und Manuel Strodel. Für ihn saß Alex Preibisch auf der Tribüne. Chris Minard kehrte zurück in die Reihe mit Alex Barta und Adam Courchaine. Ansonsten war alles wie gehabt.

Die ersten 20 Eishockey-Minuten des neuen Jahres waren wahrlich kein Leckerbissen. Die Partie war fahrig, beide Mannschaften leisteten sich einige Ungenauigkeiten, ein wirklicher Spielfluss wollte sich auch angesichts zahlreicher unerlaubter Weitschüsse nicht so recht einstellen. Leider verpasste es die DEG, aus einer frühen und kurzen Druckphase Kapital zu schlagen. Von der linken Seite spielte Milley die Scheibe in die Mitte zu Strodel, dessen Schuss knapp rechts Tor der Wild Wings vorbeistrich (4.). Gefährlich wurde es auch, als Marcel Brandt von der blauen Linie abzog. Für Eddi Lewandowski war der Winkel beim Abpraller zu spitz, also legte er den Puck vors Tor, wo ihn Schwenningen klären konnte. Brandts erneuter Schuss aus der Ferne landete wieder bei Dustin Strahlmeier (5.). Im selben Wechsel feuerte auch Marco Nowak einen Schuss aufs Gästetor ab (6.). Maxi Kammerer hatte die Führung ebenso auf dem Schläger, nachdem ihn Alexej Dmitriev im Slot bedient hatte (17.). Kammerer war es auch, der in der Schlusssekunde des Drittels einen Abpraller nicht richtig erwischte. Ein Drittel mit klarem Chancenplus für die DEG, aber ohne große Höhepunkte, ging torlos zu Ende.

Zu Beginn des Mittelabschnitts schien sich zunächst wenig zu ändern. Die DEG war offensiv die aktivere Mannschaft. Davis und Brandt gaben zwei gefährliche Schüsse aus der Distanz ab (22.). Ein Schuss des aufgerückten Bernhard Ebners aus halblinker Position geriet zu zentral und landete genau in den Armen von Strahlmeier (23.). Das erste Überzahlspiel des Matches brachte die DEG gehörig durcheinander, die Gäste in Schwung und in Führung. Will Acton war im Nachfassen erfolgreich, nachdem Simon Gysbers aus dem linken Bullykreis abgezogen und Daniel Schmölz den ersten Abpraller verpasst hatte (27.). Wenig später verlor Tim Conboy im eigenen Drittel in der linken Bandenrundung den Halt, István Bartalis zog ums Tor herum, traf aber nur den linken Pfosten. Marcel Kurth nahm den Abraller aus der Luft und ließ den Gästeblock zum zweiten Mal jubeln (30.). Bei der DEG lief anschließend nach vorne nur wenig zusammen, wenngleich dem Team das Bemühen nicht abzusprechen war. Kurz vor der zweiten Pause wurde es vor Mathias Niederberger noch einmal richtig gefährlich. Andreé Hult setzte die Scheibe ans Gestänge, als der DEG-Torhüter bereits geschlagen am Boden lag (39.). Marc El-Sayed kam frei vor dem rot-gelben Kasten gefährlich zum Abschluss (39.).

Noch bevor die DEG so richtig in den Aufholjagdmodus gefunden hatte, setzte es den nächsten Rückschlag. Schwenningen konterte über Ulrich Maurer, der links rausspielte zu Jake Hansen. Der schoss auf die kurze Ecke und Niederberger halbhoch auf der Stockhandseite (43.). Aus dem Nichts kam die DEG zurück ins Spiel und zeigte dabei, dass Eishockey so einfach sein kann. Schuss Bowman, Abpraller Brandon Yip und schon stand es nur noch 1:3 (48.). Wie sehr Eishockey oftmals eine Kopfsache ist, zeigte sich anschließend. Auf einmal spielte die DEG schneller, flüssiger und präziser. Der Druck auf das Gehäuse der Wild Wings nahm zu. Und plötzlich schnupperten die Rot-Gelben wieder an Punkten, als Daniel Weiß goldrichtig stand und den nach einem Schüle-Schuss im Torraum liegenden Puck durch die Schoner von Strahlmeier hindurch zum 2:3 einschob (53.). Die DEG blieb weiter am Drücker. Kurz nach seiner Auszeit setzte Christof Kreutzer alles auf eine Karte und zog Niederberger zugunsten eines sechsten Feldspielers. Weiß und Yip scheiterten nur ganz knapp an Strahlmeier, am Ende war alle Mühe vergebens.

Christof Kreutzer war nach dem Match sichtlich und hörbar bedient: „Es reicht nicht, wenn wir meinen, dass wir nur 12 bis 15 Minuten aufwenden, um ein Spiel zu gewinnen.“ An seine Mannschaft richtete er eine klare Botschaft: „Ich kann nur Spieler gebrauchen, die bereit sind, alles für die DEG zu geben. Ich habe kein Problem damit, nur mit zwei Sturmreihen und drei Verteidigern zu spielen.“

Schon am Donnerstag kann sich die Mannschaft Wiedergutmachung betreiben. Dann gastiert die DEG bei den in dieser Saison äußerst starken Augsburg Panthern, die derzeit satte 21 Punkte vor der DEG in der Tabelle rangieren. Spielbeginn im Curt-Frenzel-Stadion ist um 19:30 Uhr.

(JA)