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Grüße aus Toronto! Marc Zanetti: „Ich könnte immer weiter erzählen!“

Marc Zanetti war ein wilder Spieler in einer wilden Zeit. Der Verteidiger lief zwischen 2012 und 2014 für die DEG auf (94 Spiele, zehn Tore, 28 Vorlagen). Das waren jene beiden besonderen Jahre, die eher durch coole Aktionen auf und neben dem Eis geprägt waren als durch sportliche Erfolge. Anschließend wechselte er nach Schweden. Als wir anrufen, ist der inzwischen 26-Jährige mit seiner schwedischen Freundin in Kanada unterwegs. Am Rande: Schwedische Freundinnen scheinen irgendwie in Mode zu sein.

Hallo Marc. Gratulation! Du bist vor einigen Wochen mit Brynäs IF schwedischer Vize-Meister geworden! Marc: „Vielen Dank. Das waren extreme Tage. Wir haben das Finale in Overtime von Spiel 7 im Sudden Death verloren. Uns hat nur ein Tor gefehlt. Ein verdammtes Tor. Härter und grausamer geht es kaum.“

Überwiegt der Stolz auf das Geleistete oder die Enttäuschung über das knappe Scheitern? Marc: „Es ist beides gleichzeitig. Wir waren nach der Hauptrunde nur Fünfter und haben nicht mit der Meisterschaft gerechnet. Dann haben wir das Viertelfinale in Spiel 6 und das Halbfinale dramatisch in Spiel 7 gewonnen. Wenn du dann im Finale stehst, willst du auch gewinnen. Wir lagen 3:2-Spiele vorne und verlieren dann schlussendlich in der Verlängerung von Spiel 7. Wir waren so nah dran! Das ist wirklich hart und tut unheimlich weh. Auch jetzt noch.“

Blicken wir zurück: Viele Fans waren 2014 enttäuscht, dass du gehen musstest. Marc: „Ich auch! Ich wäre so gerne geblieben. Aber die sportlich Verantwortlichen der DEG haben damals eben anders entschieden. Da will ich nicht nachkarten. Ich bin dann in die zweite schwedische Liga zum IK Oskarshamn und 2015 dann in die SHL nach Brynäs. Jetzt fühle ich mich dort sehr wohl!“

Wir waren die beiden Jahre in Düsseldorf für dich? Marc: „Das war damals meine erste Station in Europa und eigentlich auch als Profi. Und dann diese irre DEG mit ihren Fans! Bei den Spielen kannten die Zuschauer meinen Namen und haben ihn laut gerufen. Das kannte ich so nicht und macht mir auch heute noch Gänsehaut. Ich war damals erst 21, das hat mich alles sehr beeindruckt. Ich erinnere mich auch daran, wie viele Fans auf uns ‚aufgepasst‘ und irgendwie behütet haben. Das war alles sehr familiär und positiv. Dann gab es da auch diesen unfassbaren ‚Fan-Sonderzug‘ (er sagt das süß auf Deutsch) nach Hamburg. Hunderte Leute in einem Zug und alle haben fröhlich gefeiert. Vorher hatten die DEG-Fans im Stadion noch eine Stunde nach dem Spiel durchgesungen – und das trotz Niederlage. Absolut irre. Und ich habe mit euch vor 18.000 Zuschauern ein Derby gegen Köln gespielt. Ich könnte immer weiter erzählen! Das vergesse ich alles niemals.“

Das freut uns. Wie bei Andreas Martinsen gilt natürlich auch bei dir: Irgendwann… Marc: „Auf jeden Fall! Irgendwann…“